Rückblick auf den Workshop „Wassersensible Stadtentwicklung“ am 04.11.2025

Am 4. November 2025 fand im Landesamt für Umweltschutz Sachsen‑Anhalt in Halle (Saale) der Workshop „Wassersensible Stadtentwicklung“ statt. Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Landesamt für Umweltschutz Sachsen‑Anhalt, dem Städte- und Gemeindebund Sachsen‑Anhalt e.V., dem Verband der Wohnungsgenossenschaften Sachsen‑Anhalt e.V. (VdWg) und dem Kompetenzzentrum Wasserwirtschaft organisiert. Ziel war es, Akteur:innen aus Verwaltung, Wissenschaft, Wohnungswirtschaft und Praxis zusammenzubringen, um über Herausforderungen und Lösungswege im Umgang mit den Folgen des Klimawandels zu diskutieren.

Impulse am Vormittag

Nach der Eröffnung durch Jörg Schulze (Kompetenzzentrum Wasserwirtschaft) und einem Grußwort von Dr. Matthias Kuplich (VdWg) startete das Programm mit einem Überblick über den aktuellen Handlungsrahmen der Klimawandelanpassung.

Dr. Sandra Hagel (Landesamt für Umweltschutz) zeigte, welche strategischen Leitlinien Kommunen heute leiten und welche Entwicklungen auf Landesebene relevant sind. Sie skizzierte außerdem die Aufgaben des Regionalbüros des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz.

Oliver Meene (Ing Plus AG) stellte anschließend vor, wie digitale Infrastrukturplanung neue Möglichkeiten für kommunale Entscheidungsprozesse eröffnet.

Nach einer kurzen Pause folgten zwei Beiträge, die wissenschaftliche Methoden und technische Lösungen in den Mittelpunkt stellten:

Dr. Ganbaatar Khurelbaatar (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ Leipzig) präsentierte Modellierungsansätze zur Potenzialanalyse blau‑grüner Infrastruktur in Halle (Saale).

Thorin Oesterle (HAURATON GmbH & Co. KG) zeigte Praxisbeispiele auf, wie Filterrinnen im Regenwassermanagement eingesetzt werden können.

Themenvielfalt am Nachmittag

Der Nachmittag begann mit einem Blick auf Vegetation als Klimaanpassungsstrategie gefolgt von zwei Beiträgen zum Bausteinkasten blau‑grüne Infrastruktur:

Dr. Karina Engst (Hochschule Anhalt) erläuterte Aspekte zur ökologischen Aufwertung von Grünflächen und wie diese zur Resilienz gegenüber Klimaextremen beitragen. Dazu stellte sie die Ziele und Maßnahmen des Projekt KompetenzGrün vor.

Arno Walz (bgmr Landschaftsarchitekten) und Stephan Bandermann (Ingenieurgesellschaft Prof. Dr. Sieker) stellten ein entstehendes Konzept für ein Baukastensystems blau-grüner Infrastruktur am Beispiel des Stadtteils Lettin in Halle (Saale) vor.

Tilo Sahlbach (IWS Leipzig) zeigte, wie wassersensible Stadtentwicklung in Leipzig und im Projekt „Oschatz Blau-Grün“ praktisch angewendet wird.

Podiumsdiskussion: Austausch über Perspektiven und Umsetzung

Ein Höhepunkt des Tages war die Podiumsdiskussion, an der Vertreter:innen aus Forschung, Verwaltung, Wohnungswirtschaft und kommunaler Praxis teilnahmen. Diskutiert wurden zentrale Fragen wie:

Wie lassen sich Maßnahmen zur Klimaanpassung in bestehende Strukturen integrieren?

Welche Rolle spielen Finanzierung, Zuständigkeiten und Akzeptanz?

Wie können Kommunen langfristig handlungsfähig bleiben?

Die Diskussion zeigte deutlich, dass wassersensible Stadtentwicklung nur im Zusammenspiel verschiedener Akteure gelingen kann. Der offene Austausch wurde von den Teilnehmenden besonders positiv hervorgehoben.

Abschluss und Ausblick

Im Schlusswort betonte Jörg Schulze (Kompetenzzentrum Wasserwirtschaft), wie wichtig es ist, Kommunen auf ihrem Weg zur Klimaanpassung weiterhin zu unterstützen. Auch für uns als Veranstalter war der Workshop wertvoll: Wir konnten zahlreiche Impulse für zukünftige Formate mitnehmen – sowohl inhaltlich als auch organisatorisch.

Wir danken allen Referent:innen, Partnern und Teilnehmenden in Präsenz und online für ihre Beiträge und den konstruktiven Dialog. Eine Fortsetzung im Jahr 2026 ist bereits in Planung und findet voraussichtlich am 15.09.2026 im Landesamt für Umweltschutz in Halle (Saale) statt. Weitere Informationen folgen.